Webinar: Feline Interstitielle Cystitis – Blasenerkrankung als Folge psychischer Belastung bei Katzen

Schmerzen beim Harnabsatz, häufige Toilettenbesuche, Unsauberkeit, Blut im Urin: Ganz klar, die Blase ist krank. Nicht immer sind Bakterien dafür verantwortlich. Lautet die Diagnose Feline interstitielle Cystitis (FIC), dann spielt die Psyche eine entscheidende Rolle, sorgt für wiederkehrende Schübe der Harnwegsentzündung und für eine Symptomatik, die sich der rein medikamentösen Therapie widersetzt. Heilbar ist FIC nicht. Hier ist Management gefragt, um eine bestmögliche Symptomfreiheit und lange Schub-Intervalle zu erreichen.
Die Feline interstitielle Cystitis (FIC) ist eine nicht bakteriell verursachte Blasenentzündung der Katze, die oft in einen Teufelskreis aus immer wiederkehrenden Schüben trotz Behandlung mündet. Mit anderen Worten: Sie zeigt sich behandlungsresistent.
Die Tierklinik Hofheim nennt unter anderem folgende Symptome:
- Schmerzäußerung beim Harnabsatz
- blutiger Harn
- Unsauberkeit (Harnabsatz neben der Toilette oder an anderen Stellen)
- häufiges Aufsuchen der Toilette
- Harnröhrenverstopfung (dabei Pressen auf Harn ohne Erfolg. Manchmal kommt es dabei zum Kotabsatz. Lebensgefahr!)
- häufiges Belecken des Penis
- Schmerzäußerungen beim versuchten Harnabsatz
- durch das lebensbedrohliche Ansteigen der harnpflichtigen Stoffe und Elektrolyte im Blut kommt es zu einer schnellen und hochgradigen Verschlechterung des Allgemeinbefindens, zu Schwäche und Schock
FIC geht einher mit einer strukturellen Veränderung der Harnwege. Sie ist nicht heilbar und erfordert lebenslanges Management. Das Krankheitsbild ist komplex und hat eine stark psychosomatische Komponente, basierend auf einer engen neurologischen Verbindung zwischen Blase und Gehirn (Brain-Bladder-Connection). Bei dafür prädisponierten Katzen, die chronischen Stress erleben, kann es dadurch zu einer Fehlregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse mit anhaltend erhöhter Ausschüttung von Stresshormonen kommen, die in einer FIC mündet. Die Behandlung erfordert einen multimodalen Therapieansatz, zu dem Verhaltensberater einen wichtigen Beitrag leisten können.
Die Referentin: Dr. Elke Münker
Dr. Elke Münker ist seit 2004 angestellte Tierärztin für Groß- und Kleintiere in einer Gemischtpraxis im Kreis Warendorf. Von 1985 bis 1991 studierte sie Veterinärmedizin an der TiHo Hannover. Seit 2007 erfolgte eine Weiterbildung in klassischer Homöopathie für Tierärzte bei Aude Sapere, und 2013/2014 dann die Weiterbildung in Tierärztlicher Verhaltenstherapie für Hund und Katze beim Zentrum für angewandte Kynologie, Lupologic. Seit 2014 betreibt sie zusätzlich eine selbstständige Fahrpraxis für Klassische Homöopathie und Tierärztliche Verhaltenstherapie bei Hunden, Katzen und Pferden.
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