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Beschäftigungsmix für Hunde

Hundesport- und Beschäftigungsarten gibt es heutzutage sehr viele, sodass es fast für jeden Hund eine Möglichkeit gibt, ihn in irgendeiner Art und Weise körperlich und geistig auszulasten.

Aus gesundheitlichen oder Altersgründen dürfen viele Hunde so manchem Sport jedoch nicht (mehr) nachgehen. Dennoch muss man zumeist nicht gänzlich auf körperliche und geistige Betätigung mit dem Vierbeiner verzichten, denn die allermeisten Hundesportarten lassen sich an die besonderen Bedürfnisse betroffener Hunde anpassen. Dazu werden einzelne Elemente aus verschiedenen Hundesportbereichen herausgegriffen und miteinander kombiniert. Ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Hunde können so weiterhin gut beschäftigt werden. Vielen Hundehaltern macht das übrigens so viel Spaß, dass sie den Beschäftigungsmix auch für ihre gesunden Vierbeiner nutzen, um ihnen Abwechslung und neue Herausforderungen zu bieten.

Die Kombination einzelner Elemente aus einigen Hundesport- und Beschäftigungsbereichen ermöglicht außerordentlich kreative und individuelle Lösungen. Das Motto lautet: Alles kann, nichts muss! Im folgenden finden Sie beispielhaft einige Anregungen, die Sie zu einem eigenen Fit-und-Fröhlich-Programm inspirieren sollen.

1Hunde die es lieben, zu apportieren, können verschiedene Gegenstände wie etwa Dummy, Lieblingsspielzeug oder Futterdummy nicht nur in gerader Linie zum Besitzer tragen, sondern auch über einzelne Hindernisse. Wer nicht springen darf, trägt den Gegenstand um Hindernisse herum oder darunter hindurch. Auch kriechen ist erlaubt, wenn das den Möglichkeiten des Hundes entspricht.

2Auch Nasenprofis können bei ihrer Suche nach einem Gegenstand verschiedene Hindernisse bewältigen. Hier kann man sich aus dem Cavaletti-Training einiges abschauen. Oftmals hält die Natur selbst geeignete Suchareale bereit, die sich der Hund langsam und bedächtig erschließen muss. Zudem muss es auch nicht immer ein Gegenstand sein, der gesucht wird. Eine Handvoll Leckerchen bietet sich ebenso an, gerade für Hunde, die in Sachen Gegenstands-Suche noch „jungfräulich“ sind.

3Aus Flyball und Agility wurde vor einigen Jahren bereits der neue Hundesport Flygility entwickelt. Für Hunde, die bereits Erfahrungen in den Bereichen Flyball oder Scent Hurdle Racing haben, lassen sich Abwandlungen vornehmen, indem die Hürden durch einzelne andere Hindernisse ausgetauscht werden. Hunde, die nicht springen dürfen, können wieder an niedrigen Hindernissen arbeiten, die für sie leicht zu übersteigen sind.

Hindernisse müssen übrigens nicht teuer eingekauft werden. Auch der Besuch einer Hundeschule ist nur wegen eines Parcours-Trainings nicht zwingend erforderlich. Tatsächlich eignet sich als Hindernis alles mögliche, was man in der Natur sowie in Haus und Garten finden kann.

Zum Beispiel

  • ein selbstgebauter Tunnel aus Stühlen und einer Decke oder aus einem alten Fass,
  • eine oder mehrere hintereinander gelegte Stämme unterschiedlicher Dicke, am Boden liegende Besenstiele oder selbst aus Brettern zusammengezimmerte Hürden,
  • Reifen unterschiedlicher Form und Größe – für bewegungseingeschränkte Hunde dürfen es hier auch gern auf die Erde gelegte Hoolahupp- oder Fahrradreifen sein oder solche, die als “Tunnel” eingegraben werden,
  • Mörtelkübel, die es in unterschiedlicher Größer gibt und die sowohl übersprungen als auch umrundet sowie mit Wasser gefüllt werden können (wichtig: hineinsteigen oder –springen nur für die Hunde, die das gern und freiwillig tun!),
  • Laufstege, die sich aus Baumstämm(ch)en oder einem Brett und zwei Ziegelsteinen ebenfalls schnell selbst errichten lassen,
  • Schrägwände. Für Hunde mit Handicaps genügen ganz flach ausgeführte Schrägwände. Aufgenagelte Querleisten verhindern das Ausrutschen.

Zum Aufbau der Übungen

Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass jede Kombinationsbeschäftigung für den Hund eine ganz neue Aufgabe darstellt. Deshalb sollte die jeweilige Gesamtaufgabe zunächst in kleine Teilaufgaben zerlegt werden. Der Hund lernt also immer erst das einzelne „Gerät“ für sich kennen. Es lohnt sich, die Geräte bzw. das gewünschte Verhalten am Gerät korrekt zu benennen:

  • passieren von jedem einzelnen Hindernis, z. B. mit „durch“, „rüber“, „rum“ o.ä.
  • aufnehmen eines Gegenstandes, z. B. mit „nimm“.

Hinweis: Achten Sie in Bezug auf das Wörtchen „durch“ darauf, dass Sie es nur für Hindernisse verwenden, durch die der Hund tatsächlich „durch“ muss wie z.B. durch einen Tunnel. Denn viele „Durchs“ sind bei genauerer Betrachtung eigentlich ein „Rum“.

Anforderungen steigern

Zur Steigerung des Schwierigkeitsgrades kann der Hund das jeweilige Hindernis sowohl auf dem Hinweg ohne den Gegenstand als auch auf dem Rückweg mit dem Gegenstand passieren. Als nächste Steigerung kann der Hund die Kombination von zwei verschiedenen Hindernissen bewältigen und so weiter.

Fazit

Mit ein wenig Phantasie und Geschick ergeben sich tolle Möglichkeiten für Hund und Frauchen / Herrchen, gemeinsam Spaß zu haben ohne dabei ein gesundheitliches Risiko für den Hund eingehen zu müssen, denn es gilt grundsätzlich: die Gesundheit des Hundes hat oberste Priorität!

Autor

Daniela Künnemann

Daniela Künnemann, Tierpsychologin und Tierhomöopathin mit ATN-Abschluss in den Spezialisierungen Hund, Katze und Pferd. Sie ist Mitglied im VDTT, betreibt in Rheine und Umgebung eine mobile Praxis für Verhaltensberatung, Training und Therapie und macht aktuell eine Weiterbildung zur Hundegesundheitstrainerin bei der ATM. Ihre Homepage: www.tierwuensche.de

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Saskia Becker
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Birgit Rödder
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