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Katzen vegan oder vegetarisch ernähren?

Warum Katzen nicht vegan oder vegetarisch ernährt werden dürfen

Nun endlich scheint es anzukommen, dass die Katze eine sehr spezialisierte Verdauung hat und ganz bestimmte Ansprüche an ihre Ernährung stellt. Immer mehr Menschen achten genau darauf, was sie ihrer Katze zu fressen geben, und dass herkömmliches Industriefutter häufig viel zu reich an pflanzlichen und tierischen Nebenprodukten ist. Viele Menschen bereiten das Futter für Ihre Katzen in der Zwischenzeit sogar selbst zu.

Umso bedauerlicher ist es zusehen zu müssen, dass gleichzeitig das Interesse vieler Menschen steigt, aus eigenen Überzeugungen und Glaubenssätzen heraus, ihre Katzen vegetarisch oder gar vegan zu ernähren.

Die Katze – ein Hypercarnivore

Katzen sind Jäger. Katzen sind Fleischfresser. Sie werden auch Hypercarnivore genannt, weil sie sich ausschließlich von Beutetieren ernähren. Der gesamte Organismus der Katze ist darauf ausgerichtet Beute zu jagen, zu erlegen, zu fressen und zu verwerten. Unsere Katze ist durch und durch ein Fleischfresser.

Das Gebiss:

Katzen haben keine Mahlzähne wie Pflanzenfresser, welche damit ihre pflanzliche Nahrung zermahlen und dadurch aufspalten um sie auf die aufwändige Verdauung vorzubereiten. Katzen kauen ihre Nahrung noch nicht einmal wirklich. In der Regel zerkleinern / zerreißen sie die Beute (oder Fleischstücke) lediglich in „schluckbare“ Stücke.

Der Darm:

Der Darm der Katze ist ziemlich kurz, und das aus guten Gründen: erstens ist Fleisch leicht zu verdauen, und zweitens verhindert die Kürze des Darms, dass Fleisch zu lange im Körper verweilt, was die Bildung und Ausbreitung von Krankheitserregern verhindert.

Im Vergleich:

Der Darm einer Katze ist ca. 3-4 x länger als die Katze selbst.

Der Darm eines Omnivoren (zu denen auch wir Menschen gehören) ist ca. 6-8 x länger als sein Körper.

Der Darm eines reinen Pflanzenfressers, wie etwa der Darm einer Kuh oder eines Schaafes, ist über beachtliche 25 x länger als das Tier selbst. Manche Pflanzenfresser haben sogar mehrere Mägen.

Der kurze Darm einer Katze reicht nicht aus um pflanzliche Nahrungsmittel aufzuspalten und zu verwerten. Selbst verschluckte Grashalme kommen hinten so raus wie sie vorne aufgenommen wurden.

Fehlende Enzyme:

Der Katze fehlt nicht nur das notwendige Dioxygenase-Enzym um Betakarotine in Retinol (Vitamin A) umzuwandeln – sie kann nur das Retinol verwerten. Der Katze fehlt auch das notwendige Enzym um das aus Pflanzen stammende Vitamin D2 zu verwerten. Sie kann nur das aus tierischen Organismen stammende Vitamin D3 verwerten. Katzen können auch nicht das aus Pflanzen stammende Vitamin K1 verwerten, sie benötigt das tierische Vitamin K2.

Der Katze fehlen auch die notwendigen Enzyme um Kohlehydrate und Zucker in Energie umzuwandeln. Pflanzliche Nahrungsmittel belasten Leber und Nieren in hohem Maße mit teilweise schwerwiegenden Folgen.

Zucker:

Katzen fehlt der Geschmacksinn für Süßes. Katzen, die regelmäßig Zucker zu sich nehmen, unterliegen einem hohen Risiko an Diabetes zu erkranken.

Tierschutzgesetz:

Auch laut Tierschutzgesetz sind wir verpflichtet unsere Tiere artgerecht, das heißt ihrer Art entsprechend, zu ernähren. Zurecht!

Auszug aus dem Tierschutzgesetz:

§2 Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen…

Im Klartext heißt das unter anderem: Katzen vegan oder vegetarisch zu ernähren ist tierschutzrelevant. Katzen sind Fleischfresser und benötigen eine fleischreiche Ernährung.

Proteine und Fett:

Katzen ziehen ihre Energie aus tierischen Proteinen und Fett. Sie benötigen die Aminosäuren für diverse Stoffwechselfunktionen und um Muskulatur vernünftig aufzubauen.

Natürliche Nahrung der Katze:

Nicht zuletzt zeigt uns die natürliche Nahrung der Katze, dass sie ein reiner Beutefresser ist. Mäuse, kleinere Nager, Vögel, Insekten etc. In der Natur beträgt der Anteil der pflanzlichen Nahrung bei Katzen ca. 5%. Dieser besteht im Wesentlichen aus dem Magen-Darminhalt der Beutetiere und dem geringen Grasanteil, den die Katze hier und da mal knabbert.

Der Pflanzenanteil im Industriefutter beträgt häufig ca. 40-60%! Das ist das 8 bis 12-fache! Dabei wird meist Getreide oder Mais als günstiger Füllstoff verwendet. Äußerst schwerverdauliche Ballaststoffe für den kätzischen Organismus. Ebenso sind tierische Nebenerzeugnisse und Tier- wie auch Pflanzenmehle eher minderwertig in der Qualität und somit schwer verwertbar für die Katze.

Die Folgen minderwertiger und zu pflanzenreicher Nahrung kommen meist schleichend, sind aber dramatisch: Harn- und Nierensteine, Niereninsuffizienz, Übergewicht, Allergien, Zahnstein & Paradontose, Diabetes, Gelenkerkrankungen, Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen, usw.

Eine ausgewogene Ernährung der Katze ist reich an Fleisch und Innereien bei einem niedrigen Ballaststoffgehalt von 5-10%. Der Ballaststoffanteil fördert die Darmperistaltik. Ansonsten haben die Ballaststoffe kaum eine Nährwertfunktion. Auch essentielle Vitamine und Mineralien wie auch Fettsäuren müssen für eine optimale Verwertung aus tierischen Organismen stammen.

Die Frage, ob eine Katze vegetarisch oder vegan ernährt werden kann, kann auf dieser Grundlage garnicht gestellt werden. Eine vegetarisch oder gar vegan ernährte Katze wird im Laufe der Zeit krank – auf die eine oder andere Weise.

Katzen (und Hunde), die ausgewogen und artgerecht ernährt werden, haben ein wunderbares glänzendes Fell. Sie verlieren außerhalb der Fellwechselzeiten im Herbst und im Frühjahr nur wenig Haare. Sie riechen gut. Sie sind muskulös und agil, weniger krankheitsanfällig und vital. Auch an ihrem kleineren, dunkleren und festeren Kot erkennt man gut verwertete Nahrung. Zudem sind Katzen entspannter und ausgeglichener mit entsprechender Ernährung.

Ernähren Sie Ihre Katze gesund!

Autorin

Sandra Brandt

Sandra Brandt ist Katzen- und Hundepsychologin (ATN), Ernährungsberaterin Hund/Katze/Kleintiere (Paracelsus Frankfurt) und Schüsslersalztherapeutin für Tiere (Paracelsus Frankfurt). www.diekatzenpsychologin.de

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Das sagen unsere Mitglieder über den Verband

Mitglied im VdTT e.V. – ein Qualitätssiegel. Wer aufgenommen wird, hat eine gründliche Fachausbildung absolviert. Der Verband bietet seinen Mitgliedern danach regelmäßige Fachfortbildungen auf hohem Niveau. Damit Tierbesitzer sich sicher sein können: Bei unseren Mitgliedern ist ihr Tier in kompetenten Händen.
Manuela Jacobs
„Als Verbandsmitglied schätze ich die qualitativ hochwertigen Online-Fortbildungen sehr – insbesondere die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung und praktischer Umsetzbarkeit für die Beratung und Trainingsarbeit mit Haltern.“
„Als Mitglied im Verband schätze ich die vielfältigen Fortbildungen und den wertschätzenden Austausch in einer kollegialen Gemeinschaft, in der Erfahrungen geteilt, Fragen offen diskutiert und neue Perspektiven gewonnen werden können.“
Heike Biebrach
www.hundundmunter.com
Cattalk – Carmen Schell
„In Tierheilberufen ist ein Berufsverband mit klaren ethischen und fachlichen Werten ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Als Mitglied und Dozentin führe ich Fachgespräche mit neuen Kolleg:innen und schätze besonders die Öffentlichkeitsarbeit des Verbands.“
Carmen Schell, Cattalk
www.cattalk.de
Saskia Becker
„Schon während meiner Ausbildung war ich passives Mitglied im VdTT. Exklusive Webinare bei Top-Dozenten, ein starkes Netzwerk erfahrener, bedürfnisorientierter Hundeberufler und die stetige Hilfsbereitschaft sprechen klar für den Verband.“
Saskia Becker
www.flotieren.de
„Hier kann Ihr Statement stehen! Länge pro Statement: max. 250 Zeichen inklusive Leerzeichen. Die Statements werden mit Namen veröffentlicht. Mit Foto, entweder ein Portrait oder das Logo der Praxis, die auf Ihre Homepage verlinkt. Es wäre also auch eine Werbemöglichkeit.“
Patricia Lösche | VdTT e.V.
Kontakt
Birgit Rödder, KatzenKundig
„Ich bin seit vielen Jahren Mitglied im VDTT. Der Verband punktet durch seine ansprechenden Veranstaltungen und räumt Katzen den gleichen Stellenwert ein wie Hunden – für mich ein unschätzbarer Vorteil gegenüber ähnlichen Organisationen.“
Birgit Rödder
www.katzenkundig.de